Archiv für den Monat Mai 2014

Erschwiegene Nacht

In der erschwiegenen Nacht
wenn sich Erdachtes stumm erklärt
und leise sich zu Worten formt
entsteht ein stiller Wunsch.

Die Hand streicht sanft 
über die Gedankenwiese 
und der Augenblick 
schweift der Ferne entgegen.

Nicht Ewigzeit

Es ist dieser Ort, an dem alle Kindheitserinnerungen ein Federbett gefunden haben. Ein Nest, wohlig und warm, in dem man sich behaglich fühlen kann. Es ist, als wäre dort die Zeit der Kindheit bewahrt, als wäre danach nichts mehr geschehen, als hätte diese Kinderseele entschieden: Alles was kommt ist nicht. 

Es ist nicht, dass der Abschied vom geliebten Menschen eine Lücke reisst in dieses Kinderleben, das so  glücklich war an seiner Hand. Nicht ist auch, dass der versprochene Ewigplatz im Herzen nicht der erhofften Rückkehr entspricht und nicht dieses riesige schwarze leere Loch wieder auffüllt mit Licht und Farbe und Wärme und Zuneigung. Niemalsnicht ist der Entzug der Liebe und der stillen Zeit geschehen, ganz bestimmt nicht ist der Ersatz für die leise Beruhigedichstimme diese Hektik der Überforderung und das laute Klagen über das Vergängliche im Leben, den Tod.

Es ist, als wäre die Zeit an jenem Ort stehen geblieben, an jenem Tag, wo doch die Uhr noch jede Viertelstunde mit ihrem zarten Klang so tut, als wäre es nicht vorbei. Jedoch ihr Klingen breitet sich aus im leeren Raum, der sich nicht füllt mit dem was war. Sie bleibt standhaft, die in geschwungenem Holz lebende Zeit, obwohl ihr Glas die Zeiger überdeckt und das filigrane Schloss sich nicht öffnet, damit er die Zeiger auf ewigwährend einstellen kann. 

Und dann ist nicht, was niemals sein kann. Sie bleibt stumm, die Zeit, ihr Ruf erstickt. Es ist nicht der misslungene Versuch der Kinderseele, auf Zehenspitzen und mit ausgestreckten Fingerchen das Schloss zu erreichen um das runde Glastürchen öffnen zu können, um die Zeiger zurück zu drehen, zurück auf die Zeit, die ewig währt. Es ist nicht Ewigzeit.